Antifa Prenzlau http://antifaprenzlau.blogsport.de Tue, 02 Oct 2012 09:00:37 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en NPD nimmt Beine in die Hand http://antifaprenzlau.blogsport.de/2012/10/02/npd-nimmt-beine-in-die-hand/ http://antifaprenzlau.blogsport.de/2012/10/02/npd-nimmt-beine-in-die-hand/#comments Tue, 02 Oct 2012 09:00:37 +0000 Administrator News http://antifaprenzlau.blogsport.de/2012/10/02/npd-nimmt-beine-in-die-hand/ Nachdem die NPD bereits am Montag in Greifswald und am Dienstag in Demmin Infostände abzuhalten versuchte, sollte am vergangenen Mittwoch Neubrandenburg an der Reihe sein. Von 13:30 bis 15 Uhr hatte die Nazipartei vor dem Einkaufszentrum auf dem Datzeberg, sowie von 15 bis 17 Uhr in der Einsteinstraße, Ecke Gagarin-Ring in der Oststadt einen Stand angemeldet. Doch daraus wurde nichts…

Erwartet hatten sich die Kameraden in Neubrandenburg wahrscheinlich das einstudierte Spiel der Propaganda. Die Berufsarbeitslosen und steuerfinanzierten Nazi-Aktivisten bauen schnell ihren Stand auf, führen ein „Bürgergespräch“, machen ein nettes Foto und packen wieder ein. Garniert wird das tapfere Rumstehen dann mit einem schönen Artikel in einschlägigen Portalen – über Bürgernähe, Deutschland und Tugendhaftigkeit. Die daun wat.

Doch in Neubrandenburg lief es anders. Die vierköpfige Gruppe um den Burg Stargarder Norman Runge* und den Usedomer Daniel Ohm**, die mit leichter Verspätung auf dem Datzeberg eintraf, zögerte. Möglicherweise lag dies an den etwa 15 bis 20 Jugendlichen, die am „Platz der Familie“ warteten, um die „Kameraden“ samt ihrer Propaganda in Empfang zu nehmen. Nach internen Beratungen in sicherer Distanz, einigen Telefonaten und einem Gespräch mit den vor Ort anwesenden Polizeibeamten, entschieden sich die Neonazis gegen 14:30, den Datzeberg noch einmal zu verschonen und reisten ab.
Überrascht vom Rückzug der NPD, begab sich die Gruppe Antifas zum Ort der zweiten Anmeldung in die Oststadt. Dort wuchs sie rasch auf etwa 50 junge Menschen an und wartete auch hier auf den Auftritt der Nazis.
Gegen 15 Uhr gesellten sich zwei Polizeibeamte der vis-a-vis gelegenen Oststadt-Wache dazu und teilten mit, dass die NPD beide Infostände abgesagt habe. Der Beamte Schäfer verriet auch den Grund: Man wolle „sich in Neubrandenburg nicht auf die Mütze hauen lassen“…

Aber auch ohne etwas auf die Mütze sind öffentliche Aktivitäten der NPD in Neubrandenburg jenseits der Aufmarschversuche eher selten und schon gar nicht von Erfolg gekrönt. Im Landtagswahlkampf vor gut einem Jahr fuhr das so genannte Fischmobil zwei Stunden durch einige Stadtviertel, Parolen krächzten aus dem Lautsprecherwagen und so schnell wie es kam, verschwand es auch. Davor, 2008, versuchte eine Delegation aus NPD-Ordnungsdienst und ostvorpommerscher Kameradschaftsszene einen Infostand in der Innenstadt abzuhalten. Damals wie heute ohne Erfolg – in Bedrängnis durch etwa 40 Jugendliche, die sich gegen Nazis in ihrer Stadt engagierten, konnten sie kein Material an Passanten verteilen.

Und jetz jetz jetz?

Doch auch diese Erfolge können nicht darüber hinwegtäuschen, dass es in der Stadt eine rege Naziszene gibt, die durch das Verteilen von Propagandamaterialien, Schmierereien oder unterstützend bei Aufmärschen in der Region kontinuierlich in Erscheinung tritt. Immer wieder versuchen Neonazis auch in Neubrandenburg, die sozialen Nöte zu instrumentalisieren und die Unzufriedenheit der Menschen auf vermeintlich Schwächere wie Migrant_innen, Obdachlose, Andersdenkende zu projizieren.
Ob es an diesem Mittwoch nun an mangelnder Organisation oder schlichter Selbstüberschätzung lag, dass die NPD nicht in der Lage war, einen Infostand in Neubrandenburg abzuhalten, ist Spekulation. Aber es gibt Indizien, die für sich sprechen…

David P. aus der Ihlenfelder Vorstadt beispielsweise gab jüngst einen ungewohnt offenen Einblick in die Gedankenwelt, Potenziale und Strukturen des hiesigen Nationalen Widerstands. Bei Facebook gab sich der Neonazi auf beeindruckende Weise der Lächerlichkeit Preis und schaffte es so zu kurzer, virtueller Berühmtheit:
David P.
Syntax und Orthografie sind wohl zu undeutsch

Autonomer Block Nb !?
Jetzt auch in deiner Stadt: join autonom nazi böck

Nazi Böcke
Der Mann hinter der Bewegung: David P. aus Neubrandenburg

David P. Neubrandenburg
Lachen oder heulen? Der „Natinale Widerstand“ NB

Auch wenn Dummheit bekanntermaßen nicht minder gefährlich macht: nur weiter so.

* Ex-Aktivist in der mittlerweile verbotenen Mecklenburgischen Aktionsfront (MAF), zeitweise Stadtvertreter in Burg Stargard und jetzt NPD-Kreisvorsitzender in der Seenplatte

** Seit vielen Jahren aktiver Neonazi aus dem Umfeld des Kameradschaftsbunds Usedom (KBU), jetzt Stadtvertreter der NPD in der Stadt Usedom

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Überfall mit Baseballschlägern http://antifaprenzlau.blogsport.de/2012/09/13/ueberfall-mit-baseballschlaegern/ http://antifaprenzlau.blogsport.de/2012/09/13/ueberfall-mit-baseballschlaegern/#comments Thu, 13 Sep 2012 09:30:19 +0000 Administrator News http://antifaprenzlau.blogsport.de/2012/09/13/ueberfall-mit-baseballschlaegern/ Prenzlau (ipr) Am frühen Samstagmorgen fielen mehrere Rechtsradikale mit Schlagstöcken und Baseballschlägern über fünf junge Männer her, die an einer Tankstelle in Prenzlau Würstchen aßen. Die Pressestelle der Polizeidirektion Ost bestätigte den Vorfall, sprach allerdings von unbekannten Tätern und wollte die Gewalttat politisch nicht einordnen.

Die Artikel zur Diskussionsveranstaltung über den „Mord in Potzlow“, die am Freitagabend im Dominikanerkloster stattfand, waren noch nicht gedruckt, da gab es in Prenzlau in der Stettiner Straße einen Vorfall mit möglicherweise fremdenfeindlichen Hintergrund. Bei dem brutalen Angriff sollen Worte wie „Scheiß Ausländer!“ und „Scheiß Russe!“ gefallen sein.

Drei der Opfer erlitten Schlagverletzungen im Gesicht und am Rücken. Zwei weitere Männer saßen im Auto und wurden dort attackiert. Das Beifahrerfenster wurde eingeschlagen und der Wagen rundherum mit Dellen versehen. Drei Verletzte mussten sich in ärztliche Behandlung begeben, wurden aber nach der ersten medizinischen Versorgung wieder entlassen.

Während die Polizei von zwei unbekannten Tätern sprach, die plötzlich aus den Büschen hervorbrachen, äußerten die Angegriffenen gegenüber gegenrede.info, dass mindestens zehn weiteren Personen, die in mehreren Wagen angefahren kamen, anwesend waren. Etwa fünf von denen sollen mit Schlagstöcken oder Baseballschlägern bewaffnet gewesen sein.

Vor-Spiel

Als drei der fünf Männer gerade ihre Würstchen am Schalter bestellten, soll ein schwarzer Polo herangerauscht sein. Der Fahrer – eine beidohrig getunnelte Glatze – soll auf Krawall gestrickt gewesen sein, hätte sofort angefangen zu pöbeln. Der Beifahrer soll schon einen Baseballschläger in der Hand gehalten haben. Nach einem kurzem Wortwechsel sollen der Polofahrer und sein Begleiter wieder verschwunden sein. Etwa 15 Minuten später begann dann der Überfall.

Bei-Spiel

Die Überfallenen behaupten gegenüber gegenrede.info, dass sich zum Zeitpunkt des Angriffes Security-Personal auf dem Gelände der Tankstelle befand. Man habe die Person gebeten, die Polizei zu informieren. Der Security-Mann sei einfach verschwunden, hieß es.

Quelle: gegenrede.info

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